Arbeitspsychologie

“Fast ein Drittel der unselbständig Beschäftigten in Österreich leiden unter gesundheitlicher Beeinträchtigung … Psychische Belastungsfaktoren steigern das Krankheitsrisiko um rund 50% (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, 2012)

Psychische Erkrankungen sind in Österreich die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Seitens des Gesetzgebers wurde darauf reagiert: Mit der Novelle zum ArbeitnehmerInnenschutz-Gesetz (BGBl I Nr 118/2012) wird die Bedeutung der psychischen Gesundheit von ArbeitnehmerInnen betont und der Präventionsgedanken in den Vordergrund gestellt.

Arbeitgeber sind seit dem 1. Januar 2013 verpflichtet, die zu Fehlbeanspruchungen führenden Ursachen psychischer Belastungen zu erheben, zu evaluieren und zu beseitigen.

Zertifizierte Arbeitspsychologen sind dafür die Experten. Arbeitspsychologisch gut gestaltete Arbeit bringt direkten Nutzen für den Betrieb: Sie fördert Gesundheit ebenso wie Motivation, Arbeitsfreude und Leistungsfähigkeit, sie verbessert das Arbeitsklima und – last not least – verringert Fluktuation und Fehlzeiten.

Arbeitspsychologische Maßnahmen sind keine Projekte zur Betrieblichen Gesundheitsförderung oder einfach bloß Mitarbeiterbefragungen. Es geht dabei nicht darum, das Wohlbefinden einzelner ArbeitnehmerInnen zu verbessern, zum Beispiel durch Entspannungscoachings oder Ernährungsberatung (“Gesunde Kantine”), sondern um die Evaluierung von Arbeitsplatzbedingungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen (können), und deren Beseitigung. Die Betriebliche Gesundheitsförderung ist der Evaluierung psychischer Belastung nachgeschaltet oder ein Parallelprozeß, aber per definitionem von dieser zu trennen.

Was müssen Betriebe tun?

Arbeitgeber/innen müssen beeinträchtigende Arbeitsbedingungen erkennen, diese durch entsprechende Maßnahmen gezielt verbessern und deren Wirksamkeit evaluieren.

Wie können wir Sie dabei unterstützen?

In enger Abstimmung mit den verantwortlichen Personen im Betrieb, nach den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie den Vorgaben des Arbeitsinspektorats prüfen wir, ob arbeitsbedingte psychische Belastungen vorliegen, die zu Fehlbeanspruchungen führen können, und schlagen – wenn dies gewünscht wird – entsprechende Maßnahmen vor. Dabei setzen wir verschiedene Verfahren / Messmethoden ein, wie:

  • Arbeitsplatzbeobachtung
  • Beobachtungsinterviews
  • schriftliche und/oder mündliche Befragung in Form von Fragebögen oder psychologischen Tests
  • Videoanalysen
  • psychologische Interventionstechniken (wie: Trainings, Coachings, Supervision, spezifische
    Workshops, Seminare, Moderation, Beratung, dialogisch orientiertes Change-Management)
  • Dokumentenanalyse
  • Evaluierungsverfahren zur Wirk- und Veränderungsmessung
  • Kosten-Nutzenanalysen
  • Betriebsklimaanalyse

 

Die Evaluierung ist ein mehrstufiger Prozess und orientiert sich grundsätzlich an folgendem Schema::

1. Vorbereitung

Sammeln von Informationen, Einrichtung einer internen Steuergruppe

2. Konzept

Auswahl der Verfahren, der Organisationsbereiche, der spezifischen Zielgruppen

3. Information

Information der MitarbeiterInnen

4. Ermittlung (§ 4 ASchG)

Datenermittlung anhand geeigneter, standardisierter Verfahren

5. Beurteilung (§ 4 ASchG)

Arbeitspsychologische Beurteilung der Daten, Ermittlung von Handlungsbedarf und Handlungsfeldern

6. Ableitung von Maßnahmen (§§ 4, 5 ASchG)

Vertiefte Analyse der konkret negativ belastenden Faktoren, um ursachenbezogene und kollektiv wirksame Maßnahmen ableiten zu können

7. Dokumentation (§ 5 ASchG)

Alle festgestellten psychischen Gefährdungen und die Maßnahmen sind im Sicherheits- und Gesundheitsschutz-

Dokument festzuhalten.

8. Umsetzung und Prüfung

Die Wirksamkeit der Maßnahmen muss geprüft werden.

 

Unsere arbeitspsychologischen Dienstleistungen sind in jedem Fall auf die Bedürfnisse des Betriebes abgestimmt, dies betrifft vor allem: die Betriebsgröße, die Anzahl der Abteilungen bzw. Arbeitsgruppen, gegebenenfalls vorhandene Vorinformationen aus früheren Evaluierungen oder Projekten der Betrieblichen Gesundheitsförderung sowie Vorstellungen über Umfang und Ablauf der Maßnahmen. Deshalb ist unser Angebot der arbeitspsychologischen Evaluierung modular aufgebaut: Wir betreuen Firmen mit wenigen MitarbeiterInnen ebenso wie große internationale Unternehmen.

Ihr Nutzen:

Ihr Unternehmen erfüllt die Vorgaben nach dem ArbeitnehmerInnenschutz-Gesetz, plus:

  • Sie erhalten eine wissenschaftlich fundierte Analyse über relevante psychische Belastungen
  • Es werden alle Dimensionen arbeitsbedingter psychischer Belastungen, die seitens der Arbeitsinspektion vorgeschrieben sind, erfaßt: Belastungen durch Arbeitsaufgaben und Tätigkeiten, Belastungen durch das Organisationsklima, Belastungen durch die Arbeitsumgebung und Belastungen durch die Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation
  • Wir stellen Ihnen praxiserprobte Lösungsvorschläge zur Verfügung
  • Unser gesamtes Team war selbst in Angestellten- und Leitungsfunktionen tätig und kennt kleine, mittelständische sowie internationale Unternehmen von der “inneren” als auch der externen Seite
  • Wir beziehen moderne organisationspsychologische Aspekte (“organisationales Lernen”) in unsere arbeitspsychologische Beratungstätigkeit mit ein

 

Anfragen richten Sie bitte an: Karin Eder, 0664 188 68 71, karin.eder@kecc.biz